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Weise Geschichten aus China

Schlimme Folgen

Es war einmal ein Mann namens Qiu Jun, der eines Tages zu einem Tempel kam, um einen Mönch aufzusuchen. Der Mönch sah, dass Qiu kein Beamter war, deshalb hielt er nichts von ihm, verhielt sich ihm gegenüber gleichgültig und sehr unhöflich.
Gerade zu dieser Zeit kam der Sohn eines hochgestellten Beamten in den Tempel, mit großem Aufwand und Pomp. Darauf setze der kriecherische Mönch sofort ein lächelndes Gesicht auf und empfing ihn freundlich, ohne sich weiter um Qiu Jun zu kümmern.
Mit großer Abscheu gegen den Mönch fragte Qiu ihn aufgebracht: „Warum bist du zu mir so unfreundlich und ihm gegenüber so ehrerbietig?“ Der Mönch sagte leichtfertig und gleichgültig: „Ein Missverständnis, mein Bruder! Kennst du meinen Charakter denn nicht? Wenn ich allem Anschein nach freundlich zu ihm bin, bin ich innerlich nicht unbedingt wirklich freundlich. Wenn ich innerlich tatsächlich freundlich zu jemanden bin, so brauche ich äußerlich die Höflichkeit nicht zu zeigen. Verstehst du?“
Dies zu hören versetzte Qiu Jun in einen noch größeren Zorn. Zufällig hatte er einen Spazierstock in der Hand, so schlug er den Mönch heftig auf den Kopf und sagte entrüstet: „Nach deiner Behauptung bedeutet dieser Schlag meine Liebe zu dir – wenn ich dich nicht schlagen würde, hätte ich dich nicht gern. Also muss ich dich schlagen, bitte entschuldige!“
Für diesen Mönch kann man mit Recht das Sprichwort gebrauchen: „Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat.“

Moral: Wider besseren Gewissen die Unwahrheit zu sagen und Untaten anzustellen ist gefährlich.

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Kann man auf Hasen warten

Im Staate Song beobachtete ein Bauer beim Pflügen, wie ein Hase gegen einen Baum rannte und sich dabei das Genick brach.
Da legte er sein Ackergerät nieder, setzte sich neben den Baum und wartete auf weitere Hasen. Aber es kam keiner mehr, und so lachte man über den Mann im Staate Song.

Moral: Es gibt in der Welt zwar Glücksfälle, sie sind aber nicht jeden Tag anzutreffen.

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Selbstprüfung

Es geschah in der Xia-Dynastie: Qi war der Sohn des Königs Yu der Große. Einmal drangen Truppen von You Hu Shi in das Reich der Xia ein. Yu der Große schickte seinen Sohn zur Verteidigung aus, der wurde aber besiegt. Seine Leute gaben sich aber nicht geschlagen und forderten einstimmig, den Kampf fortzusetzen.
Qi sagte aber:“Wir braucehn nicht mehr zu kämpfen. Mein Gebiet ist nicht kleiner als seines, meine Truppen sind auch nicht schlechter als seine, aber wir wurden schließlich besiegt, worin liegt der Grund? Es liegt bestimmt daran, dass meine moralische Haltung nicht so perfekt wie seine war und dass mein Training der Truppen nicht korrekt war. Ich muss meine eigenen Probleme erkennen und dann überwinden, erst dann werden wir siegen.“
Von da an fasste er den Entschluss sich anzustrengen, arbeitete jeden Tag sehr hart, hilet sich von gutem Essen fern, führte ein schlichtes Leben, achtete die einfache Bevölkerung, schätzte die tugendhaften Menschen und setzte tüchtige Menschen ein.
Als You Hu Shi davon erfuhr, wagte er nicht nur keinen Angriff mehr, sondern unterwarf sich bereitwillig der Xia-Dynastie.

Moral: Wenn man bei allem davon ausgeht, hohe Forderungen an sich selbst zu stellen, kann man immer Fortschritte machen.

Saure Trauben

Als ein Fuchs unter ein Weintraubenspalier kam, sah er die reifen Trauben und dachte sich: „Diese Trauben sind so reif, dass sie sicher sehr gut schmecken, sie sollten frisch und süß sein, vielleicht sogar schmackhafter als Datteln.“
Bei diesem Gedanken sprang er mit einem kräftigen Ruck in die Höhe, um die Trauben zu essen. Das Traubenspalier war jedoch zu hoch, er konnte die Trauben nicht erreichen. Ein erneuter Versuch misslang auch. Er konnte sich aber nicht damit abfinden und versuchte es immer wieder. Er konnte aber keine einzige Traube pflücken. Völlig erschöpft ging er mit hängendem Kopf weg.
Da der Fuchs keine Trauben pflücken konnte, sagte er unterwegs vor sich hin: „Die Trauben sind sicher sehr sauer und schmecken gar nicht!“ Wie gerne wollte der Fuchs doch die Trauben bekommen, da es ihm aber nicht gelungen war, meinte er, das die Trauben sauer seien. So tröstete er sich selbst.

Moral: Der größte Feind des Menschen ist der Feind im Herzen.

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Unglück und Glück

Ein Mann, der an der Landesgrenze lebte, entdeckte, dass eines seiner eigenen Pferde in den Nachbarstaat entlaufen war. Die Menschen im Dorf fanden das sehr schade und bedauerten ihn. Der Mann entgegnete, dass man nicht sicher sein könnte, ob der Verlust eines Pferdes nun gut oder schlecht sei.
Einige Monate später kam das verlorene Pferd nicht nur aus dem Nachbarstaat zurück, sondern brachte noch fünf weitere Pferde mit. Als man im Dorf davon erfuhr, kamen die Leute zum Pferdebesitzer, um ihm zu beglückwünschen. Doch der Mann meinte wieder nur, dass man es nicht wissen könne, ob dies gut oder schlecht sei.
Eines Tages ritt sein Sohn mit dem ehemals entlaufenen Pferd aus, fiel vom Pferd und verletzte sich so stark am Bein, dass er nur noch mit Krücken laufen konnte. Darauf kam man, um ihn und seinen Vater zu trösten. Der Vater nahm dies wieder nicht ernst und meinte, dass man nicht wissen könne, ob die Verletzung gut oder schlecht sei.
Ein Jahr später brach ein Krieg aus, der Nachbarstaat entsandte Truppen und attackierte das Land bis zur Grenze, wo der Pferdebesitzer lebte. Alle jungen Männer wurden in die Armee eingezogen, nur der verletzte Sohn nicht. Kein junger Mann des Dorfes kam aus dem Krieg zurück, sie starben auf dem Schlachtfeld.

Moral: Die Dinge haben immer zwei Seiten. Glück und Unglück im Leben werden durch deine Haltung bestimmt

Dankesschuld soll beglichen werden

Während der Frühlings- und Herbstperiode schickte sich Wu Zixu, ein General des Staates Wu, an, den Staat Zheng anzugreifen. Da verkündete Fürst Ding vom Staate Zheng: „Wer Wu Zixu veranlassen kann, seine Truppen abzuziehen, den werde ich reich belohnen.“
Drei Tage nach der Bekanntmachung fand sich jedoch noch immer keiner, der dazu bereit war, obwohl alle über das Angebot Bescheid wussten.
Am Morgen des vierten Tages kam ein Fischer zum Fürsten Ding und sagte: „Ich brauche weder Soldaten noch Streitwägen, das Ruder in meiner Hand allein genügt, um den Staat Wu zu veranlassen, seine hunderttausende Mann zählenden Truppen abzuziehen.“ Dem Fischer schenkte jedoch niemand Glauben. Es gab aber keine andere Wahl, als ihn es einmal versuchen zu lassen.
Der Fischer kam zum Lager von Wu und suchte Wu Zixu auf. Er schwenkte das Ruder und sang: „Der Mann im Schilf hat den Fluss überquert, wer hat dir die Gunst erwiesen? Das Schwert mit den sieben Sternen hat er dir tragen geholfen. Heute bist du zufrieden, doch erinnerst du dich noch an den alten Fischer?“
Als Wu Zixu dies hörte, wollte er wissen, mit wem er es denn zu tun hätte. Der Fischer antwortete: „Damals, als du dich auf der Flucht im Schilf versteckt hieltest, war da der Sohn des Fischers. Erinnerst du dich noch daran?“
Wu Zixu sah vor sich den Sohn seines Retters und sagte, um seinen Dienst zu erwidern: „Um deines verstorbenen Vaters Willen möchte ich, dass du eine Auszeichnung bekommst, und ich werde meine Truppen sofort abziehen, um meine Dankesschuld für die Rettung meines Lebens durch deinen Vater zu begleichen.“

Moral: Hat man dir einen Gefallen getan, solltest du dir dies merken und es verstehen, Gutes mit Gutem zu vergelten und die Dankesschuld zu begleichen, sobald es möglich ist.

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